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von Andrea aus Wien

 

zuletzt geändert am 4. April 2010
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Wie alles begann (1. März 2002)

Dominante Phantasien hatte ich bereits seit langem. Im August 2001 ergab sich auf einer SMart Extreme-Party die Gelegenheit, mit einer tollen Frau zu spielen - sie als Sub, ich als Top. Ich kenne sie schon seit ein paar Jahren, mag sie sehr gerne, und wir haben eine so gute Gesprächsbasis und das entsprechende Vertrauen zu einander, dass wir das einfach mal probieren wollten.

Es war eine kurze Session. Aber es hat mir unglaublich gut gefallen. Und diese Session ging mir einfach nicht mehr aus dem Kopf.

Monate später dann wieder ein Zufall: Im Palazzo, einem Chat, lerne ich einen Mann kennen, der sich im Laufe des Gesprächs als Sub outet - irgendwie beginnt ein Spiel. Und dieses Spiel dauerte 7 Stunden - es war grandios.

Erstmalig ließ ich meiner Phantasie freien Lauf, gab Befehle, berauschte mich an Kleinigkeiten. Als er mich fragte, ob er mich anrufen dürfte, schwankte ich: Einerseits wollte ich ihn hören - sein Stöhnen, seinen Atem -, andererseits war ich mir sicher, dass ich es einfach nicht schaffen würde, meine Befehle auszusprechen ... Egal, ich erlaubte es ihm, machte ihm jedoch klar, dass er meine Befehle weiterhin schriftlich erhalten würde (ich muss heute noch lachen, wenn ich daran denke - war ja eigentlich blöd, aber damals halt ein praktikabler Kompromiss für mich).

Ich genoss es sehr, ihm dabei zuzuhören, wie er meine Befehle ausführte - und mit fortschreitender Dauer des Telefonats wuchs meine Selbstsicherheit. So amüsant das klingen mag: Ich schaffte es dann sogar, ihm direkt am Telefon Dinge anzuschaffen - und ich fand es wirklich aufregend und schön.

Nicht viel später musste ich diesem Mann erklären, dass ich nicht weiterhin mit ihm spielen konnte und wollte - ich habe ihn sehr verletzt damit, was mir leid tat. Doch ich hatte jemanden kennen gelernt ...

 

 

Plötzlich Realität (1. März 2002)

Einer ganz lieben Freundin, selbst Switcherin mit Top-Tendenzen, schwärmte ich Anfang Jänner 2002 ganz euphorisch von diesen Erlebnissen vor - ihr ganzer Kommentar lautete zusammengefasst: "Vergiss das Internet, triff ihn real, genieße real."

Derart von ihr aufgestachelt, plauderte ich am nächsten Tag sehr offen mit einem anderen Mann im Chat, mit dem ich mich schon mehrfach sehr gut unterhalten hatte. Wir hatten einige Zeit zuvor Fotos ausgetauscht, er hat sich meine erste Website (siehe Die eine Seite) offenbar sehr genau durchgelesen, und irgendwie hatten wir einen Narren an einander gefressen - aber er ist sehr viel jünger als ich und spielte seit vielen Jahren ausschließlich als Top, wodurch ich ihn eigentlich gar nicht als potentiellen Spielpartner betrachtete. Vielmehr schilderte ich ihm meine Nöte und erhoffte mir von ihm Tipps ...

Mein Problem war schlicht und ergreifend: Ich wusste sehr genau, worauf ich abfuhr und was ich wollte, aber ich wusste nicht, wie ich beginnen sollte. Ich hatte einfach Angst, mich mit meinen Phantasien lächerlich zu machen bzw. niemanden zu finden, der auf die selben Sachen steht wie ich. Und ich hatte die Sorge, aufgrund mangelnder Erfahrung nicht genügend dominant auf Subs zu wirken.

Also ließ er sich schildern, was mir so vorschwebte - und meinte dann nur: "He, das ist doch total geil! Wenn Du magst, kannst das alles mit mir machen! Ich bin zwar als Sub total aus der Übung - aber das klingt total toll!"

Ich war völlig überrumpelt und perplex - ich dachte eher an einen Scherz, als an ein ernst gemeintes Angebot! Doch es war ernst gemeint - und tatsächlich trafen wir einander eines Tages auf einen Kaffee. 

Ich war aufgeregt, ziemlich besorgt. Immerhin fuhr er doch 200 km, bloß wegen dieses Kaffees - was, wenn wir einander nicht riechen könnten, die Chemie eben nicht stimmt?!

Ich stand bei meinem Auto, dirigierte ihn die letzten Meter per Handy zum Treffpunkt, drehte mich um und sah ihn an. Alle Aufregung verflog sofort, von Besorgnis keine Spur mehr - ich wusste in der ersten Sekunde, dass ich die Zeit mit ihm genießen würde. 

Wie sehr und wie lange, wusste ich damals allerdings noch nicht ...

 

 

Eine Spielbeziehung mit Liebhaben (1. März 2002)

Das erste Treffen dauerte vier Stunden und verging viel zu schnell. Das zweite Treffen war bereits geprägt von wunderschönen (für Außenstehende nicht als solche erkennbaren) DS-Spielen in der Öffentlichkeit: Zuerst in einem Kaffeehaus, dann in einer Pizzeria - wir saßen Stunde um Stunde und redeten und spielten, eine Kleinigkeit nach der anderen erregte uns beide unglaublich (vielleicht auch nur mich, jedenfalls fand ich es toll). Wir wussten beide, für eine Lebenspartnerschaft passt es einfach nicht (Altersunterschied, Lebensumstände, mein Kind), aber wir waren irgendwie von einander fasziniert.

Zuerst redeten wir von "falls" und "Generalprobe": Falls wir zusammenkommen sollten, dann würde es sich um eine Spielbeziehung handeln - wenn wir beide Zeit und Lust hatten, einander zu sehen, würde es Treffen geben. Kein gemeinsamer Alltag, aber gemeinsame Lust, gemeinsamer Spaß, gemeinsame Freude - aber auch mit ein bisserl Liebhaben (denn ohne inniger Gefühle, einer besonderen Nähe geht das zumindest für mich einfach nicht).

 

 

Überfall (1. März 2002)

Damit das alles aber überhaupt möglich wurde, war ein "kleiner" Überfall zweier Freundinnen nötig: 

Auf einer Party im SMart Café im Jänner 2002 drängten mich zwei Freundinnen zu einer Session - ich wollte kneifen. Immer noch die selben Probleme: Was soll ich denn überhaupt machen? Was, wenn ihm das nicht gefällt, was ich mache? Ich kann doch nicht einfach so ...!?!

Jedenfalls ließen sie sich von meiner ablehnenden Haltung nicht abschrecken: Sie schnappten sich einen wirklich sehr netten, reizvollen Mann, befestigten ihn mit verbundenen Augen und hoch erhobenen Armen an einer Spreizstange mitten im Spielzimmer im SMart Café. Der Anblick war verführerisch - und sie schubsten mich buchstäblich zu "meinem" Opfer ... und dann ging es plötzlich! Es funktionierte!

Ich tat einfach das, wonach mir war. Hörte in mich hinein. Tat einfach das, wonach mir war.

Und plötzlich merkte ich, dass ich meine Aktivitäten sehr genießen konnte, ohne dabei auf Sub zu vergessen. (Das war auch so eine Sorge von mir gewesen: Wie kann ich gleichzeitig immer gut auf Sub aufpassen und dabei nicht auf mich und meine Lust vergessen?!?! Nun ... ich kann, wie ich jetzt weiß.)

Es wurde ein aufregender, lustvoller Abend - und ich war anschließend vergnügt und strotzte vor allem vor Tatendrang! Keine Rede mehr von "Ich weiß was ich will, aber ich weiß nicht, wie ich es beginnen soll". Ich war so wild drauf, meine Ideen umzusetzen - und verschwendete keinen Gedanken mehr an das "wie eigentlich?!"

Erstaunlich-schön, wie viel Selbstvertrauen man durch einen gelungenen Abend gewinnen kann.

 

 

Doch mehr ... (1. März 2002 / 07. Mai 2002)

Nach diesem wunderbaren, alles verändernden Abend empfand ich das zweite Treffen - wie bereits erwähnt - als besonders lustvoll und erotisch. Auch diesmal vergingen die Stunden wie im Flug - wir wussten sehr bald, wir wollten einander wieder sehen.

Was ich besonders auffällig fand: Mir wurde sehr rasch bewusst, dass ich vor ihm keine Scheu hatte. Und ich fand es von Vorteil, dass er bereits viel erlebt, also Erfahrung mit vielen Praktiken hatte.

Und es kam, was kommen musste: Wir verliebten uns in einander. Obwohl uns kaum gemeinsame Interessen verbanden, obwohl wir 200 km auseinander lebten, obwohl wir schlicht und ergreifend überhaupt nicht zusammen passten.  Unsere Beziehung hatte also von Beginn weg ein Ablaufdatum - ohne Termin, aber vorhanden. 

Doch das war uns bewusst, und wir hatten beschlossen, die Zeit, die uns mit einander vergönnt ist, so richtig zu genießen.

 

 

Klartext reden (31. März 2002 / 07. Mai 2002)

Mit ein Grund, weswegen ich mir ziemlich von Anfang an eine (Spiel-)Beziehung mit H. vorstellen konnte, war eindeutig das Gefühl, ihm einfach alles sagen zu können. Ich hatte keinerlei Scheu vor ihm. 

Das hat sich im Laufe der Zeit sogar noch vertieft. Und das intensivste Erlebnis, das ich diesbezüglich mit ihm hatte, war an einem unserer ersten Wochenenden. Während einer sehr schönen Session. Ich merkte, ich wollte einer meiner ältesten und für mich geilsten Phantasien umsetzen. Ich wusste aus Gesprächen, die wir zuvor irgendwann mal geführt hatten, dass das etwas ist, das auch er sehr gerne mag - ich konnte sicher sein, dass es okay wäre, wenn ich es täte ...!

Trotzdem: Ich konnte es nicht. Wieder dieses Gefühl "Ich weiß, was ich will, aber ich weiß nicht, wie ich beginnen soll." 

Ich schaute ihm in die Augen - und war überhaupt nicht entmutig. Ich sah ihn einfach intensiv an und sagte ihm, was ich jetzt mit ihm tun wolle - dass ich es aber nicht könne. Und ich forderte ihn auf: "Bitte mich darum!" 

Ihn traf sichtlich der Schlag. Nicht, weil ich sagte, dass ich etwas nicht könne, sondern weil er bitten sollte. "Das kann ich nicht!", war sein erster, ziemlich entsetzter Kommentar. 

Doch wenige Sekunden später tat er es. Er bat mich darum. Immer wieder. So inbrünstig, dass es mir plötzlich ein Leichtes war, meine Phantasie auch tatsächlich umzusetzen. Und es war für uns beide wunderschön!

Der Punkt an dieser Geschichte ist etwas ganz Grundlegendes: Ich kann mit H. Klartext reden. In jeder Situation. Und er hört zu!

Die ganze Situation hätte in dem Moment kippen können, wo ich merkte, ich kriege dieses verdammte Zeug, das ich mir seit Jahren sehnlichst wünschte, einfach nicht hin! Es hätte ein ziemlicher Absturz meinerseits folgen können - vermutlich gefolgt von Selbstzweifeln.

Weil ich aber wusste, ich kann mit H. Klartext reden, war die ganze Situation überhaupt kein Problem für mich, sondern wurde zu einem ausgesprochen lustvollen und außergewöhnlich aufregenden Erlebnis!

Und so bin ich wieder einmal bei einem Punkt gelandet, der mir immer schon wichtig war und dessen Wichtigkeit sich gerade im Bereich SM für mich immer wieder bestätigt hat: Man muss mit einander reden, reden, reden ...

Ich bin eine ziemlich vorsichtige Person - wenn ich nicht von vornherein weiß oder es wirklich spüre, dass etwas, das ich machen möchte, für Sub zumindest okay ist (also innerhalb seiner Grenzen liegt), dann mache ich es nicht. 

Etwas, das mir diese Information aber auf (zumindest für mich) sehr lustvolle Art und Weise beschafft, ist ein Spiel, das ich zumindest anfänglich sehr gerne mit H. spielte: "Peinliches Verhör". 

Man könnte es sicher auch richtig inszenieren (a la Gefängnis bzw. Verhörzelle mit Tisch, Stuhl, greller Lampe etc.), mir ging es aber immer eher um seine Reaktion (er hat sich immer so schön gewunden dabei) als um das Rundherum. So fragte ich ihn einfach intensiv über seine Vorlieben aus (sehr oft am Telefon) - es war ihm zum Teil recht unangenehm, aber er erzählte mir, was ich wissen musste.

Man muss sich nicht planend zusammensetzen und trocken besprechen, wie eine Session ablaufen kann - man kann ja bereits die "Vorarbeit" spielerisch gestalten ...

In jedem Fall sind wir uns dieser tollen Basis, Klartext mit einander reden zu können, sehr bewusst. Und ich sehe sie nicht als selbstverständlich, dafür als höchst erstrebenswert an. 

 

 

Dom ist nichts ohne Sub (5. April 2002)

Etwas, das mir H. vor allem anfangs (fast bin ich versucht zu schreiben "ständig") einige Mal an den Kopf warf, war der alles andere als dezent gemeinte Hinweis: "Dom ist nichts ohne Sub!"

Er wollte mir damit wieder einmal heftig unter die Nase reiben, dass es zwar wunderschön ist, wenn ich gewisse Vorstellungen habe, dass ich sie aber keinesfalls umsetzen kann, wenn er nicht mitspielt. (Tja ... hab ich schon erwähnt, dass H. mit seiner rauen Schale manchmal uncharmant, um nicht zu sagen fast schon widerlich sein kann?!)

Die unmögliche Art und Weise wie er es sagte tut aber der Sache an sich keinen Abbruch - er hat im Prinzip Recht!

Oft schon und zum Teil vor Jahren bereits habe ich Diskussionen geführt über das Thema "Topping from the Bottom" - etwas, das alle Subs strikt von sich weisen (sowas würden sie doch niiiiiiiiiiiiie tun!); ein Thema, bei dem allen Doms die Grausbirnen aufsteigen (sowas würden sie doch niiiiiiiiiiiiie zulassen!)

"Topping from the Bottom" - dieser Ausdruck steht für das (ungebührliche) Verhalten eines/einer Sub/s, der/die Top/Dom manipuliert, sozusagen einen Wunschzettel hat und diesen mit allen Mitteln durchzusetzen versucht. Wo es also plötzlich nicht mehr darum geht, dass Top/Dom das macht, was ihm/ihr Spaß und Freude bereitet, sondern das macht, was Sub Spaß und Freude bereitet. Wo Top/Dom also zum Wunscherfüller degradiert wird.

Als Sub war ich natürlich weit davon entfernt, meinen Dom von unten zu toppen!! Na ja, er wusste, was ich mag. Und er tat nie etwas, das ich nicht mochte. Aber das tat er doch bloß, weil er all das, was er machte, eben von sich aus wollte - für sich! Und zuuufällig deckten sich halt auch unsere NoNos, die Dinge, die nicht in Frage kamen und daher auch nicht gemacht wurden. Zuuufällig wollte er all das gar nicht machen, was ich nicht mochte! Natürlich war er es, der bestimmte, wo es lang geht, was okay ist und was nicht, was gemacht wird und was nicht ...!

Oder war's doch nicht ganz so ...??

Wir haben damals bereits sehr offen drüber gesprochen und für uns festgestellt: Wir sehen es nicht als Topping from the Bottom, sondern als unumstößlich wichtig an, dass im Endeffekt Sub die Grenzen steckt und prinzipiell nur Sachen gemacht werden, die Sub mag.

Wenn man es genau nimmt, stimmt diese Aussage aber so auch nicht ganz - bzw. ist unvollständig. Richtig ist in meinen Augen vielmehr, dass derjenige die Grenzen steckt, dessen Grenzen enger sind. Und es werden prinzipiell nur Sachen gemacht, die beide mögen.

Ist ja gut möglich, dass Sub mal bei einer Sache weiter gehen möchte als Dom - dann richtet es sich nach den Grenzen von Dom, dessen Grenzen halt in diesem Fall enger gesteckt sind als die von Sub. Oder Sub möchte etwas, das Dom nicht mag - auch da kann in meinen Augen nicht gelten "Es werden prinzipiell nur Sachen gemacht, die Sub mag.", sondern eben viel mehr "Es werden prinzipiell nur Sachen gemacht, die beide mögen."! 

Bei H. und mir ist es definitiv so: Meine Grenzen als Dom sind in vielen Dingen sehr viel enger gesteckt als seine. Für ihn sind gewisse Praktiken kein Problem (heißt in seiner Sprache: total in Ordnung, um nicht zu sagen total geil), über die ich mich nicht drüber traue. Oder an die ich mich erst herantasten muss. Dann gibt es wieder Sachen, bei denen weiß ich einfach, dass er sehr viel härter im Nehmen wäre, als ich es jemals beim Austeilen sein könnte oder auch nur wollte.

In vielen Dingen sind also seine Grenzen nicht das, was uns beschränkt, sondern meine. Auch Dom hat das Recht "Nein" zu sagen!

Das bedeutet umgekehrt für mich eine gewisse Sicherheit: Ich kann mich in diesen Dingen total gehen lassen, kann mich locker an meine Grenzen herantasten, kann lustvoll und berauscht agieren - ohne mir um ihn Sorgen machen zu müssen. Denn ich weiß ja bei diesen Dingen, dass es für ihn noch längst okay ist, wenn ich meine Grenzen erreicht habe und deswegen nicht mehr weiter gehen will.

Woher ich das übrigens weiß? Na, durch reden, reden, reden! 

Und dann gibt es natürlich auch umgekehrt Dinge, wo meine Grenzen weiter gesteckt sind als die von H. - da halte ich mich einfach entsprechend zurück, taste mich höchstens ganz sanft und langsam an seine Grenzen heran. Niemals jedoch werden Grenzen gesprengt. (Weder seine noch meine.)

Die Dinge, die ich mag, denen er aber (aus welchen Gründen auch immer) nichts abgewinnen kann, lasse ich komplett weg. Zum Teil schweren Herzens, aber jeglicher Versuch, so etwas sanft und langsam doch einzubauen scheitert insofern kläglich, als mir sofort jegliche Lust daran vergeht, wenn ich sehe, dass es H. so dermaßen absolut nichts gibt ... (Na ja, in manchen Punkten ist er stur, da weiß er, glaub ich, bis heute eigentlich nicht so genau, was ich damit wirklich meine, und lässt sich deswegen nicht drauf ein - das betrifft leider alles, was mit DS zu tun hat.)

Umgekehrt habe ich schon ein paar Dinge ausprobiert, die er ganz gern mag, denen ich jedoch bis dahin nichts abgewinnen konnte. Und es war noch nichts dabei, das mir nicht irgendwie gefallen hätte. Probieren geht über studieren!

Fakt ist jedenfalls, dass - so grausam der Satz auch klingen mag - es schon stimmt: Dom ist nichts ohne Sub. 

Zumindest nicht Dom.

Vieles - nicht alles, aber vieles - liegt beim Sub. Und vor allem: Sub ist es, der Dom die Macht über sich gibt!

Ich habe die Macht nicht über H. - er gibt sie mir!

Mal ehrlich: Wie sollte ich einen über 1,90 m großen, jungen, kräftigen Mann zu etwas zwingen? Wenn er mir nicht die Macht über sich gibt, sind ihm meine Befehle egal, prallen an ihm ab ... wenn er meinen Befehlen nicht freiwillig folgt, mir also die Macht über sich gibt, kann ich mich mit meinen dominanten Vorstellungen brausen gehen.

Man könnte aber natürlich genauso drüber nachdenken, was Sub eigentlich ohne Dom ist ... 

 

 

Ablaufdatum (20. April 2002 / 07. Mai 2002)

Unsere Beziehung hatte von Anfang an ein Ablaufdatum, und wir wussten das. Dennoch ließen wir uns drauf ein - und es war die Sache allemal wert!

Unsere Beziehung ging dann auch genauso zu Ende, wie ich es mir nur wünschen konnte: ehrlich, offen, schnell und voller schöner Gefühle für einander.

Es war das eingetreten, was wir von Anfang an als den einzig möglichen Trennungsgrund ansahen: Einer von uns beidem trifft zufällig den Traumpartner. Ihm ist es halt einfach früher passiert ...

Er fragte mich, ob ich ihm böse wäre. Böse? Weswegen denn? Dafür, dass er mich nicht belogen hat? Dafür, dass er sich an unsere Vereinbarung gehalten und es mir sofort gesagt hat? 

Oder sollte ich ihm gar böse sein dafür, dass ich wunderbare Monate mit ihm erlebt habe? Wohl kaum!

Traurig. Ich bin nicht böse. Ich bin traurig.

Aber auch das wird vorbei gehen.

 

 

Vorbei (28. Dezember 2002)

Ja, es ging vorbei. Es dauerte lange, ungewöhnliche lange, aber es ging vorbei.

Nicht zuletzt auch, weil ich in den Monaten bis zum Sommer 2002 in St. und später dann in K. zwei Männer gefunden hatte, die mich ein Stück meines Weges begleiteten und dabei - jeder auf eine andere Art und Weise - eine wesentliche Rolle spielten und mir halfen, wieder ein großes Stück mehr über mich selbst zu lernen.

In dieser Zeit lernte ich, dass es schön und gut ist, immer Verständnis für die Situation und Handlungsweise anderer zu haben, dass ich darüber aber meine Gefühle und Bedürfnisse nicht vergessen darf. 

Einiges über 30 musste ich werden, um wirklich - also ohne schlechtes Gewissen - Nein sagen zu lernen. Und 36 Jahre alt musste ich werden, um mir darüber klar zu werden, dass es nicht genügt, meine Gefühle und Bedürfnisse zu kennen, sondern es auch immens wichtig ist, auf meinen Bauch zu hören und etwas zu unternehmen, wenn mir jemand nicht gut tut, also entsprechend meiner Gefühle und Bedürfnisse zu handeln.  Das war die Lektion, die ich im Sommer 2002 lernte ...

Alles in allem erlebte ich bis zum Herbst 2002 eine heftige Zeit - voller Höhen und Tiefen, voller schöner Erlebnisse und voller schmerzvoller, bedrückender Erlebnisse.

Nichts davon möchte ich - jetzt im Nachhinein betrachtet - missen. Weder die hervorragend wundervollen Zeiten, die ich so genossen habe, noch die schrecklichen Zeiten, die mich aber immerhin wieder ein Stück wachsen haben lassen.

Ist doch schön zu sehen, dass ich tatsächlich nie auslerne, sondern mich weiterentwickle! Auch wenn einige Erfahrungen schmerzhaft und leidvoll waren ...

Im Herbst ist dafür dann das eingetroffen, was ich mir schon seit Monaten gewünscht hatte: Es tut sich seither nichts. Rein gar nichts, absolut nichts - völlig ereignislos. 

Erholsam ...

Und jetzt, knapp vor Silvester 2002, habe ich langsam aber sicher wieder das Gefühl, dass auch diese Phase ihrem Ende zugeht. Nicht, weil Silvester naht, sondern weil ich die Ruhephase tatsächlich zum Regenerieren genützt habe und jetzt wieder bereit bin.

Bereit wofür? Keine Ahnung.

 

 

Alte Liebe rostet nicht (28. Dezember 2002)

Er war meine erste große Liebe. Vor rund 20 Jahren. (Mein Gott, mittlerweile fangen manche meiner Erlebnisse tatsächlich mit den Worten "vor 20 Jahren" an!!) Während der letzten Zeit im Gymnasium waren wir ein Paar - in Summe rund zweieinhalb Jahre lang (mit einer monatelangen Trennung dazwischen). Mit 19 trennte ich mich von ihm - ich kam mit einigen seiner (mitunter an seelische Grausamkeit grenzenden) Pascha-Allüren einfach nicht klar.

Trotzdem: Was blieb, ist die Erinnerung an eine tolle Zeit - mit ihm erlebte ich eine Innigkeit und Nähe, die ich nur noch ganz, ganz selten später in meinem Leben ähnlich erlebte. Gemeinsam entdeckten wir so vieles ...!

Auch nach unserer Trennung gab es die eine oder andere "Versöhnung" - warum es auch später nicht mit uns klappte ... keine Ahnung. Vielleicht waren auf beiden Seiten einfach zu viele Verletzungen passiert. Ehrlich gesagt erinnere ich mich so viele Jahre danach nicht mehr an alles. Zumindest nicht an die unschönen Seiten ...

Der Kontakt riss nie ganz ab. Klassentreffen, meine Hochzeit, seine Hochzeit, die Geburt meines Kindes, die Geburt seines Kindes, Jobwechsel, Weihnachten, Jahreswechsel - es fanden sich immer wieder Gelegenheiten für ein Wiedersehen oder zumindest für ein paar Mails.

Wenn ich an ihn denke, dann mit vielen schönen Gefühlen und einem gewissen (unverständlichen) Kribbeln im Bauch - er wird immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen haben ...

Und diese gelegentlichen Kontakte wühlen mich immer noch auf. Jedes Mal wieder. Ein Blick quer durch einen riesigen Raum voller Menschen - dieses kleine Lächeln, ein ganz besonderes Lächeln - ich bin sicher, es gibt da noch immer eine außergewöhnliche Verbindung zwischen uns. 

Bei unserem letzten Treffen - es muss so ca. zweieinhalb Jahre her sein - habe ich ihm von meiner Beschäftigung mit dem Thema SM und meiner Vereinstätigkeit erzählt. Ich weiß nicht mal mehr, ob ich tatsächlich die Bezeichnung "SM" verwendete - ich erinnere mich aber daran, das Gefühl gehabt zu haben, dass er sich zwar um Verständnis bemühte, eigentlich aber eher schockiert war.

Wir haben seither nicht mehr drüber gesprochen - es gab keinen Anlass und keine Gelegenheit dazu.

Erstaunlich: Ich merke, dass es mir bei ihm - im Gegensatz zu vielen anderen Menschen - wichtig wäre, dass er mich versteht ... Vielleicht, weil Sexualität eben eines der Dinge war, die wir gemeinsam entdeckten ...?!

Viel hat sich jedenfalls seit unserem letzten Treffen ereignet - in meinem, aber auch in seinem Leben. Und vielleicht ergibt sich ja tatsächlich mal wieder eine Gelegenheit zu schauen, ob er es nicht doch verstehen kann ...

 

 

 

Erklärungen (03. Jänner 2003)

Die Gelegenheit ergab sich noch schneller, als ich erhofft hatte - gleich am 1. Jänner 2003 saßen wir stundenlang zusammen und diskutierten so angeregt, dass die Zeit wie im Flug verging.

Offensichtlich hatte ich bei unserem letzten Treffen tatsächlich meine Erklärung nicht gut rübergebracht: Bei ihm ist lediglich hängen geblieben, dass ich "irgendwelche schrägen Sachen mache".  

Diesmal hab ich ihm offenbar bisserl besser erklärt bzw. näher bringen können, was diese Beschäftigung mit SM für mich ist - beim Thema "Party" haben wir jedoch heftige Unterschiede in den Ansichten: Für ihn ist so eine Party einfach nur ein zur Schau stellen der eigenen Intimsphäre in der Öffentlichkeit (wo seiner Meinung nach Intimsphäre nichts zu suchen hat) und daher für ihn indiskutabel. Und obwohl er ja recht hat mit dem "Zur Schau stellen der Intimsphäre": Es macht mir trotzdem Spaß ...

Aber völlig losgelöst davon habe ich mal wieder festgestellt, dass es mir immer schwerer fällt, wirklich verständlich zu erklären, was die Beschäftigung mit SM für mich bedeutet. Weil SM mittlerweile so ein selbstverständlicher, natürlicher Bestandteil meines Lebens ist - vieles daran ist mir so selbstverständlich, dass ich gar nicht mehr auf die Idee komme, es extra zu erwähnen. 

Die einzige brauchbare (kurze) Erklärung hab ich letztens im SMart Café-Forum zusammengebracht - dort wurde eine Umfrage gestartet:

Ist BDSM eine Lebenseinstellung oder eine äußerst nette erotische Spielart?

1. Definitiv eine Lebenseinstellung!

(23.6 %, 17 Stimmen)

2. Spielart, die man nach Lust und Laune auslebt

(72.2 %, 52 Stimmen)

3. Etwas gaaaanz anderes!

(4.2 %, 3 Stimmen)

Meine Antwort:

Was ist eigentlich der gravierende Unterschied zwischen den beiden Wahlmöglichkeiten der Umfrage?

Muss man - so man SM als Lebenseinstellung empfindet - ab dem Zeitpunkt dieser Erkenntnis absolut ernst durch's (Sexual-)Leben schreiten? Darf ich - da ich SM als Lebenseinstellung sehe - keine Lust und Laune mehr haben ...?

Ich habe durch meine Beschäftigung mit SM meinen Horizont auch in anderen Belangen als Sex erweitert. Das mag zwar bisserl deppert klingen, aber ich habe dabei endlich "Nein" sagen gelernt - ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Später dann hab ich gelernt, ganz klar das zu sagen, was ich will - ohne Rechtfertigung etc. Ich habe begonnen, z.B. die Worte "Toleranz", "Akzeptanz" und "Respekt" mit anderen Augen zu betrachten. Machtspiele im Alltag (die uns ja praktisch überall begegnen wie z.B. im Beruf) erkenne ich nun und kann mir gezielt und bewusst aussuchen, wie ich damit umgehe. Auch Grenzüberschreitungen sind mir nun viel bewusster - bzw. die Versuche anderer dazu ... 

Fakt ist, dass all das Einfluss auf mein gesamtes Leben hat. Also sehe ich das als Lebenseinstellung.

Außerdem genieße ich Sex und lebe SM je nach Lust und Laune aus ... 

Also empfinde ich eigentlich beide Auswahlmöglichkeiten der Umfrage als zutreffend für mich.

 

Aber ganz ehrlich: Ich glaube nicht, dass ein Außenstehender anhand dieser Erklärung das Lebensgefühl rundherum wirklich verstehen kann.

Aber wenn es ihm wichtig ist, kann er vielleicht versuchen es zu verstehen. Und zu respektieren ...

 

 

Begegnungen (2. Februar 2003)

Es gibt Menschen, die kennst du schon lange, und seit vielen Jahren begleiten sie dich - egal, ob räumlich nahe oder nicht, sie beeinflussen dein Leben.

Und dann gibt es Menschen, die lernst du irgendwann irgendwo kennen - oberflächlich, wechselst kaum drei Sätze mit ihnen - und triffst sie irgendwann irgendwo wieder. Und wenige Stunden später weißt du, dass ein Mensch dich nicht dein ganzes Leben lang begleiten muss, um einen Platz darin zu bekommen, um präsent zu sein.

Es gibt Begegnungen, die verändern etwas. Es gibt Worte und Gefühle, Wünsche und Träume, die verändern etwas. Es gibt den Gleichklang von Seelen. Und es gibt Menschen, die dir in kurzer Zeit unglaublich ans Herz wachsen. Du wünschst dir, dass es nicht die letzte Begegnung war.

Ich hätte nie geglaubt, wie schnell eine verwandte Seele meine Gedanken erobert.

Dinge fließen.
Niemals Wünsche
Träume
beschneiden.

Traurigkeit.  Aber auch Freude. Freude, dass es solche Begegnungen gibt.

Ich denk an Dich. Es ist schön, dass es Dich gibt.

 

Ergänzung (24. August 2004)

Die Gedichte Brandstiftung und Den Liebenden von Hans Kruppa waren hier zu lesen. "Brandstiftung" erzählt von einem Menschen, auf den man nicht vorbereitet war; "Den Liebenden" handelt von des Lebens Lieblingen: den Liebenden - beides wunderschöne Gedichte, die eine perfekte Ergänzung zu meinem Text über Begegnungen darstell(t)en.

Doch leider konnte mir Hans Kruppa die Erlaubnis, um die ich ihn gebeten hatte, nicht geben: seine Gedichte auf meiner Website stehen lassen zu dürfen. Also musste ich sie hier - schweren Herzens - wieder löschen.

Aber werft doch einen Blick auf die Website von Hans Kruppa - vielleicht findet Ihr die Gedichte ja dort. Und wenn nicht diese, so findet Ihr sicherlich viele andere wunderschöne Texte von ihm.

 

 

bedingungslose Liebe (16. Dezember 2003)

In den Monaten seit Mitte Februar hat sich fast unendlich viel getan in meinem Leben. Es hat sich viel ereignet, vor allem aber habe ich selbst eine große Weiterentwicklung erfahren. Dabei war mir der Tipp einer ganz besonders engen Freundin eine große Unterstützung oder eigentlich ein Wegweiser: Ich las auf ihren Rat hin das Buch "Gespräche mit Gott" (Teil 1) von Neale Donald Walsch und fand darin nicht nur viele meine Lebensgrundregeln bestätigt, sondern fand vielmehr für viele unbestimmte Gefühle und Gedanken greifbare Ansätze, die es wirklich wert sind in die Tat umgesetzt zu werden.

Eine Sache erscheint mir dabei ganz besonders erstrebens- und lebenswert: bedingungslose Liebe. Nicht zu verwechseln mit selbstloser Liebe. Im Gegenteil: Nur wer sich selbst liebt kann auch von anderen Menschen geliebt werden. Es geht also um das Sich-selbst-annehmen-und-lieben und für mich in weiterer Folge darum zu lernen, angstfrei und bedingungslos lieben zu können.

Nicht: Angst haben, dass meine Liebe nicht (im selben Maß) erwidert wird
Nicht: Ich liebe dich - aber nur, wenn du mich auch liebst.
Nicht: Angst haben, dass ich diesen Mann, meinen Partner, und seine Liebe verliere
Nicht: Ich liebe dich, weil du das und das tust oder bist - und nur dann.

Sondern: Ich liebe dich, weil ich dich toll finde - angstfrei und ohne Wenn und Aber.

Gar nicht so leicht, von alten Mustern Abschied zu nehmen. Aber wie das Leben so spielt, habe ich dazu genau den richtigen Mann "bekommen": F., eine alte Jugendliebe von mir, der zu meinem Geburtstag - ca. 15 Jahre nach unserem letzten Kontakt - plötzlich wieder auftauchte. 

Und aus einer "Sache ohne Namen", einer Art ganz spezieller Freundschaft, die irgendwas mit Nähe und Wärme und vielen schönen Gefühlen und wunderbarem Sex zu tun hatte, entwickelte sich in den letzten Monaten eine Beziehung, für die wir zwar noch immer keine wirklich treffende Bezeichnung haben, von der wir aber jedenfalls (trotz anfänglicher Verleugnung) wissen, dass Liebhaben eine wichtige Rolle spielt.

In den vergangenen zehn Monaten habe ich viel erlebt und außergewöhnlich viel gelernt, haben wir viel gelernt. Wir haben Höhen und Tiefen erlebt: hatten wunderschöne Urlaubstage in Ungarn; berauschten uns daran, mit einander über Gott und die Welt zu reden und zu philosophieren; hatten ein bewegendes Romantikwochenende im Waldviertel; merkten dann irgendwann, dass es (zu) viele Dinge gab, bei denen wir uns zurückhielten statt sie auszusprechen; mussten feststellen, dass wir einander nicht den Platz im Leben einräumen wollten oder konnten, den der andere eigentlich bereits hatte; durchlebten knapp drei Wochen Trennung, doch "Katharsis" trifft es wohl besser: Es wurde uns beiden klar, dass es nicht nur Freundschaft ist, die uns verbindet, sondern mehr, viel mehr; wir verbrachten nach vielen Monaten mit meinen Freunden einen ersten tollen und aufregenden Partyabend mit seinen Freunden und ein wunderschönes Wochenende in der Steiermark bei seiner "Wahlfamilie"; seit 19.11. durchleben wir eine weniger schöne, sondern (leider) sehr aufregende, aber doch innige und liebevoll-nahe Zeit: F. hat sich den linken Unterschenkelkopf zertrümmert, lag über drei Wochen im Spital und ist nun seit ein paar Tagen zu Hause - dabei wissen wir, dass es noch ein paar Monate dauern wird, bis er wieder problemlos gehen wird können.

Letztes Wochenende nahm ich an einem Reiki-Seminar (1. Grad) teil - und hörte auch dort vieles, das mich in dieser mir so am Herzen liegenden Richtung "bedingungslos lieben" bestärkt. Und ich sah vieles - in Bezug auf den Umgang mit anderen Menschen -, das mich sehr stark an SM erinnert. Besonders bewegt hat mich dabei der folgende Text:

Das Wesen von Reiki

absichtslose bedingungslose Liebe

 

Es gibt nur eine Großmacht auf Erden

Das ist die Liebe

 

Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich

Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos

Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart

Wahrheit ohne Liebe macht kritisch

Erziehung ohne Liebe macht widerspruchsvoll

Klugheit ohne Liebe macht gerissen

Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch

Ordnung ohne Liebe macht kleinlich

Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch

Macht ohne Liebe macht gewalttätig

Ehre ohne Liebe macht hochmütig

Besitz ohne Liebe macht geizig

Glaube ohne Liebe macht fanatisch

Leben ohne Liebe macht krank

  

Nur wer sich selbst liebt darf erwarten

von anderen geliebt zu werden

Liebe zu empfangen und sie zu geben

 

 

Lebensfreude (18. August 2004)

Mittlerweile  habe ich den 2. Grad Reiki - eine weitere Bereicherung meines Lebens. Vermutlich mit ein Grund für meine Lebensfreude.

Ich bin kein großer Freund von Gedichten. Die wenigsten sprechen mich an.

Letztes Jahr im Februar aber entdeckte ich die Website von Hans Kruppa und fand darauf ein paar Gedichte, die mich wirklich berührt haben (siehe Begegnungen). 

Gedichte, die einen Bezug zu Dingen und Themen haben, die mich beschäftigen. Gedichte, die mein Herz erwärmten. 

Als ich heute nach langer Zeit wieder auf dieser Seite stöberte, erfüllte mich erneut dieses Gefühl der tiefen Freude - und ich merkte, diese Gedichte tun es heute noch: mein Herz erwärmen.

 

 

Ergänzung (24. August 2004)

Die Gedichte Kleine Morgengymnastik, Wer fliegen will, Sommergedanken, Das Leichtere, Nicht genug und Nur so von Hans Kruppa waren hier zu lesen:

Kleine Morgengymnastik verrät uns das Rezept für Lebensfreude; 
Wer fliegen will klärt uns darüber auf, was wir entdecken können, wenn wir unter die Oberfläche blicken; 
Sommergedanken erzählt von fliegenden Teppichen; 
Das Leichtere spricht von Leichtem und Richtigem; 
Nicht genug zeigt auf, dass Gutes nicht immer genug ist; 
Nur so veranschaulicht, wie man das Leben hinter dem Ofen hervorlocken kann.

Alles wunderschöne Texte, die Lebensfreude ausdrücken und mich beim Lesen einfach fröhlich machen!

Doch leider konnte mir Hans Kruppa die Erlaubnis, um die ich ihn gebeten hatte, nicht geben: seine Gedichte auf meiner Website stehen lassen zu dürfen. Also musste ich sie hier - schweren Herzens - wieder löschen.

Aber werft doch einen Blick auf die Website von Hans Kruppa - vielleicht findet Ihr die Gedichte ja dort. Und wenn nicht diese, so findet Ihr sicherlich viele andere wunderschöne Texte von ihm.

 

 

Lebensmensch (1. September 2004)

Der Vollständigkeit halber ein paar Infos bzgl. der letzten Monate: Nach 13 Monaten hab ich mich Ende März 2004 von F. getrennt. Und auch wieder nicht. Es gibt ihn immer noch in meinem Leben. Und das wird sich wohl nie ändern.

Was sich sehr wohl ändert, ist die Form, in der er eine Rolle in meinem Leben spielt. Die Freundschaft ist unverrückbar - durch unsere intensive gemeinsame Zeit ist sie noch stärker und fester geworden. Das Rundherum ändert sich. Wir experimentieren, drehen an allen möglichen Schrauben, und ändern zuvor Beschlossenes, wenn wir merken, dass es doch nicht praktikabel ist.

Spätestens, wenn wir beide Partner haben werden, wird sich die Form unserer Beziehung erneut ändern. Denn Experimente dieser Art haben keinen Platz neben einer Partnerschaft. Und vielleicht finden wir dann endlich eine passende Bezeichnung für das, was uns verbindet.

Der Begriff "Freundschaft"  wird dann wohl eher angebracht sein. Aber ich fürchte, auch dann wird diese Bezeichnung - oder welche auch immer - nicht annähernd wirklich beschreiben können, was uns verbindet.

 

 

Ja, gibt's denn das ...?! (24. Dezember 2004)

Weihnachten. Nicht weiß, ist aber (für mich) auch okay. Das Jahr ist bald um.

Es war ein spannendes Jahr, ein aufregendes - vor allem war es ein Jahr der Veränderungen: Trennung von F. im März, Job gekündigt im Juni, aus dem Vorstand von Schlagartig! zurückgetreten im November (nach 5 Jahren aktiver Arbeit in der Szene war es einfach an der Zeit). Alles, was (weit) mehr Energie kostete als es brachte, wurde - nicht leichtfertig, sondern nach sorgfältiger Suche nach anderen Wegen - über Bord geschmissen.

Darüber ging leider auch eine Freundschaft in die Brüche - und darum tut es mir heute noch Leid. Aber Wochen lange Diskussionen - auf der Suche nach einem wieder gemeinsamen Weg - zeigten, dass es zu diesem Zeitpunkt einen solchen leider nicht gab.

Ich hoffe immer noch, dass diese eine Veränderung keine endgültige ist.

Aber von dieser einen traurigen Ausnahme abgesehen: Reinigend, dieser Prozess. Und somit sehr angenehm. Und in jedem Fall wichtig.

Dass das Jahr 2005 wieder ein gutes Jahr werden wird, weiß ich. Jetzt um so mehr.

 

 

Eine schöne Zeit (12. Februar 2007)

Das Jahr 2005 war ein sehr bewegtes, vieles hat sich verändert. Ich hatte zunehmend genug von unverbindlichen Menschen, die unverbindlichen Sex und unverbindliche Spiele suchen - dafür war ich nie zu haben, die Oberflächlichkeit dieser Suchenden stieß mich immer mehr ab, und so zog ich mich immer mehr zurück.

Mehr als ein halbes Jahr hatte ich eine gar nicht einfache, aber sehr schöne und liebevolle Spielbeziehung zu einem Paar, mit dem mich auch eine sehr tiefe Freundschaft und viel Zuneigung verbanden. Eine größtenteils wunderschöne, lustige, genuss- und lustvolle Zeit - teilweise auch eine anstrengende und schmerzvolle Zeit - jedenfalls eine sehr lehrreiche Zeit. Und vor allem eine, die ich nicht missen möchte! Seit Dezember 2005 ist sie vorbei, aber die Erinnerung an die gemeinsame Zeit mit M+M erfüllt mich immer noch mit Wärme und Freude!

M. hat ihrem M. seinen Traum von zwei FemDoms erfüllt - und so hatten wir drei viele wunderschöne Erlebnisse mit einander. Es hat sich eine großartige Freundschaft daraus entwickelt, und wir verbrachten viel Zeit mit einander. Speziell das fehlte mir nach dem Ende weit mehr als die gemeinsamen Spiele ...

Auch Männer kreuzten meinen Weg - meist nur für eine kurze Zeit, und es gab viel Tränen.

Ich habe aber auch viele wunderschöne Dinge erlebt im Jahr 2005, und besonders schön war alles, das mit meiner Beschäftigung rund um Reiki zu tun hatte. Seit September 2005 habe ich den 3. Reiki-Grad, bin also Reiki-Meister. Für mich ist das aber eigentlich erst der Beginn - es ist in meinen Augen eine (wenn auch sehr schöne!) Sache, die Meister-Einweihung erhalten zu haben, aber eine ganz andere (und zwar eine gar nicht so einfache), ein wahrer Meister im Herzen zu sein ...

Ende des Jahres dann der Tiefpunkt und eine ganz neue Erfahrung: Mein 40er rückte näher, und mich packte der Frust. Niemals in meinem Leben hatte ich Probleme mit meinem Alter, aber knapp vor dem Jahreswechsel 2005/2006 hat's mich dann ziemlich erwischt. Meine Mutter hat mir immer begeistert erzählt, dass die schönste Zeit im Leben die zwischen 30 und 40 ist - denn da hat man schon einige seiner Ziele erreicht und ist noch jung und fit genug, um alles zu genießen (danach geht es dann langsam aber sicher bergab). Das hat sich irgendwie in meinem Kopf festgesetzt. Und so sehr ich die letzten zehn Jahre meines Lebens genossen habe - irgendwie musste ich dauernd ziemlich verzweifelt denken: "Ja, es war schön. Aber das waren jetzt die schönsten Jahre meines Lebens?!?!" Ich war wirklich frustriert.

Ich habe aber echt tolle Freunde, und speziell Sabine hat mich sehr aufgebaut. Als Tüpfelchen am i-Punkt hat sie noch schnell vor dem Jahreswechsel ein Kuppel-Mail an einen sehr netten Mann geschickt, mit dem ich im Dezember beim Punsch-Trinken mal recht geflirtet habe - aber das ist eine andere Geschichte.

Silvester 2005/2006 war dann jedenfalls überraschend schön. Im Haus von Freunden gab es eine einschlägige Silvester-Party, und die tolle Stimmung hat mir einen großartigen Start ins neue Jahr beschert. Mein Frust war verflogen und mein Unternehmensgeist wieder geweckt. 

Plötzlich hatte ich nicht nur Lust, meinen 40er mit meiner Familie zu feiern, sondern fand in einem Swingerclub, der mit einem echt netten Keller zum Spielen ausgestattet ist, die perfekte Location für eine außergewöhnliche SM-Geburtstagsparty. Speziell, wo ich auf Keller so ganz besonders abfahre ...

Und so wurde mein 40. Geburtstag, dem ich ursprünglich mit so viel Unwillen entgegen geschaut habe, einfach großartig! Ich feierte mit meiner Familie und engsten Freunden direkt an meinem Geburtstag gemütlich bei einem Heurigen und mit rund 60 Freuden und guten Bekannten aus der Wiener SM-Szene am Samstag danach in einem echt geilen Keller. Es war einfach umwerfend toll!

Zumal Sabines bereits erwähnter vorsilvesterliche Kuppelversuch von Erfolg gekrönt war und ich den hinreißendsten Begleiter hatte, den ich mir nur wünschen konnte! Und daraus entwickelte sich dann zwischen R. und mir eine rund 8-monatige Beziehung, die wohl zu den schönsten zählt, die ich je erlebt habe.

Viel habe ich gelernt in dieser Zeit - vor allem aber weiß ich jetzt, dass es das, was ich mir als Partner immer gewünscht hatte, tatsächlich geben kann: Ein Mann kann gleichzeitig erfolgreich, durchsetzungsstark und ein fürsorglicher und gleichwertiger Partner auf der einen Seite und ein liebe- und höchst hingebungsvoller Sub auf der anderen Seite sein! Und bei all dem nicht eine Sekunde lang seine Männlichkeit verlieren!

Ich finde es ausgesprochen beruhigend, das erfahren und erlebt zu haben!

So hatte ich mit R. ein wunderschönes Jahr 2006, und ich bin schon sehr gespannt, was das Jahr 2007 an schönen Dingen bringen wird ...

Ebenfalls höchst erfreulich: Die Freundschaft zu M., die 2004 "in die große Pause" ging, hat sich wieder erholt. Wir haben Missverständnisse ausgeräumt, Probleme beredet und gelöst und genießen einfach das, was wir an einander haben. Ich hatte sooo traurig gefunden, dass unserer Freundschaft aus einander gegangen ist - und ich freue mich jetzt umso mehr, dass wir wieder zu einander gefunden haben.

 

 

Zwischenzeit (16. Februar 2010)

Die Jahre 2007 bis 2009 waren geprägt von viel Arbeit, Zeit mit meinem Kind und Freunden und Ausbildung (Cranio Sacral Therapie). Alles in allem waren es gute Jahre - wobei 2009 ein durchaus heftiges Jahr war, in dem es mir durchaus gut ging, das aber doch stark von Umbruch und Aufbruchsstimmung geprägt war.

In puncto SM gibts nicht viel zu erzählen: Ich hab experimentiert, hatte 2007 für sechs Monate und auch 2008 wieder für fast sechs Monate eine Spielbeziehung zu N., die durchaus lustvoll, aber keinesfalls alltagstauglich war.

Anfang August 2008 lernte ich G. kennen und wir verliebten uns. Wir hatten großartige drei Monate - dann verschluckte ihn total plötzlich von einem Tag auf den anderen das große, schwarze Loch namens Burnout. Es war schrecklich. Für ihn sicher sowieso und für mich, weil ich ihm nicht helfen konnte.

Nach einigen Wochen - um genau zu sein nach fast zwei Monaten praktisch ohne Kontakt - musste ich mir eingestehen, dass ich mich wohl von ihm verabschieden musste. Es war traurig, aber heilsam ...

Noch heute bin ich eigentlich fassungslos. Er war ein Mann, von dem ich wirklich gedacht hatte, dass wir gemeinsam durch dick und dünn gehen würden. So kann man sich täuschen.

Ich hoffe, dass wir irgendwann - vielleicht in ein paar Monaten oder Jahren - mal drüber reden können ...

Eine weit schöne Veränderung betrifft Schlagartig!: Ich bin seit Ende 2009 wieder Obfrau. Ein Naheverhältnis hatte ich immer, und jetzt - nach 5 Jahren Pause - spüre ich wieder das Bedürfnis, mich aktiv in den Verein einzubringen.  

 

 

Abschied (16. Februar 2010)

Mit einem Feuerwerk an Emotionen trat er am 2. Februar 2003 in mein Leben - eine Begegnung, die mein Leben veränderte. 

6. Juni 2009 - ein Flugzeugabsturz. Abschied für immer. 

Dazwischen sechs Jahre, in denen er mir Freund, Geliebter und so viel mehr war. 

BRANDSTIFTUNG

Auf dich war
ich nicht vorbereitet.
Wie ein Blitz
aus heiterem Himmel
hast du mein Herz getroffen
und in Brand gesteckt -

ein Feuer,
in das du
deine Hände legen kannst.

© by Hans Kruppa 

 

Er? (16. Februar 2010)

Im Juli 2009, knapp bevor ich G. kennen gelernt hatte, schrieb mich Martin in der Sklavenzentrale an. Er ist ein enger Freund von einem sehr lieben Freund von mir, und fast hätten wir uns getroffen. Doch dann kam G., und ich traf Martin doch nicht.

Relativ bald, nachdem G. vom Schwarzen Loch verschluckt worden war, meldete sich Martin wieder. Es gab wieder ein paar nette E-Mails, eine "durchchattete" Nacht und eine Verabredung im SMart Café im Zuge eines Stammtisches.

Wir hatten verabredet, dass er später nachkommen würde und wir trafen einander draußen vor dem Lokal. Als ich ihn sah, war ich echt positiv überrascht - und als ich ihn zur Begrüßung auf die Wange küsste, merkte ich mal wieder, welche umwerfende Wirkung es auf mich hat, wenn mir ein Mann so richtig unter die Nase geht ...

Ich war in Erwartung einer netten Plauderei (und nicht mehr) in dieses Treffen gegangen. Zu knapp her waren die Ereignisse rund um G., und ich war mir sicher, dass mehr als eben eine nette Plauderei für mich gar nicht möglich wäre ...

Im Grunde aber war es sofort nach dem Kennenlernen um mich geschehen. Wir steckten im Café die Köpfe zusammen und redeten und redeten ... unterm Tisch klebten unsere Knie an einander - auch, als die Drängerei am Tisch schon längst vorbei war, weil alle anderen nach hinten die Kammer zum Spielen verschwunden waren ...

Es ging alles sehr schnell, war alles sehr intensiv - von seiner Seite noch mehr als von meiner. Aber ich ließ es mir gerne gefallen - und fühlte mich nicht ein einziges Mal bedrängt oder überfordert. Erstaunlich eigentlich: Er ging mit einer Geschwindigkeit vor, die mich bei jedem anderen Mann davonlaufen hätte lassen. Nicht so bei ihm. Erstaunlich. Aber schön!

Nach ein paar Wochen zog er die Notbremse. Er hat mit seinen Kindern aus früheren Beziehungen, deren Müttern und nicht zuletzt seiner größten Leidenschaft, dem Turniertanzen, wirklich viel um die Ohren - und er sah einfach keine praktikable Möglichkeit, mich so in sein Leben zu integrieren, dass niemand zu kurz kommt.

Genau zwei Wochen später stellte er fest: "Du sitzt in deiner Wohnung, und es geht dir immer noch schlecht mit dieser Entscheidung. Ich sitz in meiner Wohnung, und es geht mir immer noch schlecht mit dieser Entscheidung. Vielleicht ist einfach die Entscheidung schlecht ...?!"

Seine Panik war weg, er begann, mich in seine Familie zu integrieren - und es klappt bis jetzt erfreulich gut.

Das Erstaunliche an der Sache ist, dass SM in den letzten Jahren immer eine durchaus wesentliche Rolle gespielt hatte in meinem Leben. Auch während der Zeiten, in denen ich gar keinen Partner hatte - das Thema war mir immer wichtig.

Jetzt mit Martin verändert sich das plötzlich stark. Wir wissen, wir sind beide DS-lastig - aber abgesehen davon wissen wir so gut wie nichts über weitere Vorlieben. So wichtig mir das Thema immer war: Mit Martin hatte ich noch nicht ein einziges Mal eine richtige Session. Ist irgendwie nicht so wichtig ...

Wir wissen, wir werden - irgendwann - gemeinsam entdecken, was uns Freude bereitet. Und dieses Wissen um die Möglichkeiten reicht uns. Wichtiger sind derzeit ganz andere Aspekte, die alle stark beziehungsorientiert sind. Der Rest wird sich finden.

Und das fühlt sich echt gut an.

 

 

 

 

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