Hier einige Kommentare von Besuchern:

Bärbel:

Ein Mail flattert ins Haus, darauf der Link zu einem Fest - einem Kulturevent für alle Sinne! Ab diesem Augenblick hatte mich die Neugier auch schon gepackt. Die geheimnisvoll und doch sehr informativ gestaltete Homepage (endlich eine Seite, bei der man nicht erst nach dem Duden und der Übersetzung für Pandämonium kramen mußte), tat ihr übriges dazu.

Die Anreise gestaltete sich etwas schwierig (ich war noch nie in der Burg Liechtenstein gewesen, und zu allem Überfluß hatte ich die Abfahrt verpaßt), aber als ich doch endlich den Weg gefunden hatte, sah ich in einiger Entfernung die alten Gemäuer hell beleuchtet auf einem Hügel stehen. Zusätzlich erleuchtete kurzfristig eine einzelne Rakete den Himmel, als ob sie ganz allein für mich abgeschossen worden war, um mir den letzten Rest des Wegs zu weisen.

Dann der nächste Umweg, die Stufen an der Seite führten zu einer verschlossenen Tür ... Letztlich fand sich der Eingang doch noch, und die Fackeln entlang der Stiege verhießen ein „warm welcome". Nun ja, mein erster Blick fiel auf einen Mephisto, daneben ein Vampir ...

Nach diesem kurzen Schreck konnte ich erstmals die Faszination der Gemäuer auf mich wirken lassen, im Hintergrund waren die Klangschalen von Stefan zu hören, welche in diesem Stiegenhaus wahrscheinlich noch mehr wie aus einer anderen Welt zu stammen schienen.

Vorsichtshalber einmal nicht nach links oder rechts schauend setzte ich meinen Weg in den ersten Stock fort. Schon nach einigen Schritten fielen mir allerdings Skulpturen auf, herumliegende Gedichte wollten gelesen werden.

Im Wohnraum mit offenem Kamin begann bald darauf eine Lesung von Peter Brandstätter, in der Pause zur nächsten Lesung von Wolfgang T. Ansgard konnten hungrige Mäuler an einem hervorragenden Buffet gestopft werden.

Im unteren Stockwerk waren die Bilder von Peter Gric, gruselig-realistische von Joachim Luetke und Ikonen von Helga Wüst zu sehen. Die mitternächtliche Show von Fire-Breathe im Burghof wurde leider durch den plötzlich auftretenden, böigen Wind beeinträchtigt, der fast wie von finsteren Mächten hervorgerufen schien. Nach Ende der Performance traten viele der Besucher den Heimweg an, so auch ich - an der Treppe vom Burghof zurück zur Burg war ein Schild mit der Aufschrift „Kein Aufgang" angebracht ...

Im nächsten Jahr werde ich mich davon nicht mehr beeindrucken lassen, ich habe gehört, das Fest ging noch einige Zeit weiter - und das will ich nicht noch einmal versäumen!

 

Matthias Franceschini:

Vielen Dank für den wunderschönen Abend. Die Veranstaltung war eine gelungene Mischung aus Literatur, Musik, Kunst und kulinarischen Genüssen. Sie machte Appetit darauf, die Gruppe „Schlagartig!" kennen zu lernen und sich mit ihren Zielen auseinanderzusetzen. Pandämonium fand am letzten warmen Abend des Jahres statt und bot mitten im Herbst noch einmal einen Anflug von sommerlicher Leichtigkeit. Ich hoffe, daß es nächstes Jahr im gleichen Ambiente eine Fortsetzung gibt.

 

K.:

"Liechtenstein – eine Nachschau.
Das durchaus anspruchsvolle Konzept einer Kunstpräsentation – Musik, Literatur, Gemälde, Skulpturen –, ausgerichtet und veranstaltet von einer neugegründeten SM-Initiative, ist für meinen Geschmack – kurz und trocken bemerkt - aufgegangen.
Die dunkle, geheimnisvolle, bedrohliche Seite des Seins darzustellen, war wohl das übergeordnete Thema aller künstlerischen Darbietungen – analog zur ebenso dunklen Seite der Sexualität SM (darstellend, nicht wertend gemeint) ein stimmiger Kontext.
Der Zusammenhang zwischen Veranstaltern und Veranstaltung hat also überzeugt – übrigens auch meine eigene ursprüngliche Skepsis –, die künstlerischen Darbietungen selbst haben mehrheitlich mehr als das, sie haben beeindruckt. Nur für eine Minderheit des Publikums wirklich zugänglich waren Wagendristels musikalische Darbietungen, und dieser Minderheit wurde durch die bewußte Überschneidung seiner Darbietungen (ab der Pause) mit den Lesungen auch noch die Möglichkeit genommen, alles entspannt zu hören. Diese einzige Kritik an der Veranstaltung muß ich mir erlauben.

Erstklassig und mehrheitlich leicht aufzunehmen waren die Leseproben von Wolfgang T. Ansgard und Peter Brandstätter, im stimmigen Burgsaal bei prasselndem Kaminfeuer. Das war reiner Genuß, hat zu zahlreichen spontanen Buchkäufen geführt und die Veranstaltung aufs angenehmste getragen. Hoffentlich hört man von den beiden Talenten bald wieder. Ebenso überzeugend, wenn auch tiefschwarz bis zur Depression, die Gemälde und Skulpturen von Joachim Luetke und Peter Gric. Trotzdem, der Ausdruck „sehenswert" im Zusammenhang mit diesen Exponaten ist noch zu schwach.

Auch amüsante und berührende Kunstwerke, wie die Tapp- und Tastobjekte von Philippe René oder die bezaubernden Ikonen von Frau Wüst müssen erwähnt werden. Abgerundet wurden all diese Ausstellungen und Darbietungen von einem gelungenen Buffet, einem schönen Ambiente, einem begeisterungsfähigen Publikum und einer schönen Schlußzeremonie.
Daher ein Dankeschön für die Veranstalter und viel Glück für nächstes Jahr."

 


Rudolf:

"Ein Fest der Sinne im Dunst der Lust und des Dunklen? Die Burg Liechtenstein, ausgestattet mit allem Düsteren der Vergangenheit, als Ort des Geschehens verspricht Nervenkitzel - eine gute Idee?
Bei eisigem Wind, im Schein der Fackeln reisen wir an. Dieses Frösteln, ob uns das wohl den ganzen Abend als Zugabe geschenkt wird?
Jede Nische, jeder Raum wurde genutzt, um „dunkle Kunst" sichtbar zu machen. Das Auge wurde bedient; die Ohren trafen Melodien der fremden Art – gut um neuen Phantasien freien Lauf zu lassen; das Grapschen war weniger, dazu fehlte die Stimmung, aber unter der Stiege konnte man doch fühlen - Langes, Glattes, Weiches, Feuchtes.
Nach Worten der anderen Poesie folgte für den Gaumen das Fest – weltlich und modern –, da hätte man vielleicht auf Altes, auf Alchimistisches zurückgreifen können. Schade, daß das diabolische Feuerwerk nicht die Gunst von oben hatte, es durfte nicht richtig sein, und schade auch, daß dem letzten der Sinne, der Nase, alle Düfte weggeblasen wurden.
Dieser Abend war interessant, ideenreich und ein guter Beginn, diese Burg mit neuem Altem zu beleben, und sicher war es auch ein guter Rahmen, um nachzudenken ...
Wir sind gerne gekommen und kommen wieder. "

 

Irmi:

Liebes Veranstalterteam des Pandämoniums, nachdem schon die Ankündigung des Pandämoniums auf Burg Liechtenstein einiges erwarten ließ, habe ich mich sehr auf dieses Event gefreut. Und ich wurde auch nicht enttäuscht. Ein buntes Treiben der verschiedensten Menschen aller Altersklassen versammelte sich in den imposanten Gemäuern der Burg. Das Halloween-Feeling wurde durch einen am Himmel hängenden Vollmond noch verstärkt - gute Planung *s*. Die Darbietungen der einzelnen Künstler waren sehr vielfältig und hatten für jeden Geschmack etwas dabei. Ein wunderbares Buffet rundete den positiven Gesamteindruck ab. Ich danke Euch für diesen tollen Abend und hoffe, daß Euch auch nächstes Jahr wieder ähnliches gelingen wird.

 


Sabine:


Rückblick Pandämonium

Wie immer waren wir spät dran, und nach einem stressigen Abend erreichten wir doch noch pünktlich den Parkplatz am Liechtenstein. Nach einem kurzen Spaziergang kamen wir zur gespenstig aussehenden Burg Liechtenstein. Da ich die Burg vom Tage her kenne, war ich dann doch überrascht, wie geisterhaft sie im flackernden Licht der Fackeln war. Es war so richtig gruselig, wie es sich so für Halloween gehört. Nach dem Vorzeigen unserer Karten und dem ersten Plauschen mit Bekannten machten wir uns auf den Weg, um die Burg zu erforschen. Die gezeigten Bilder waren mir ein bißchen zu makaber, ich mag keine schlechten Zukunftsvisionen und verunstaltete Babys.
Die versteckten Utensilien, die man nur ertasten sollte, waren sehr nett und interessant, vor allem diverse Öffnungen. Eine wirklich gute Idee des Künstlers.
Der Aufgang war mit flackernden Teelichtern ausgestattet und hat wunderbare Schatten geworfen. Später haben wir erfahren, daß dauernd das Licht ausgefallen war und die Organisatoren das Problem vorerst auf diese Art gelöst haben. Nach einer Weile war das Stromproblem behoben. Eigentlich schade. Es war so schön gespenstig und unheimlich.
Mit dem ersten Glühwein war dann auch für unser trinkerisches Wohl gesorgt. Die Aussichtsplattformen waren sehr gut besucht, weil es an diesem Abend sehr warm war. Um 20:00 Uhr war der Beginn mit etwas gewöhnungsbedürftiger Musik, die aber sehr zur Ausstrahlung der Burg paßte. Gespenstermusik würde ich dazu sagen. Wir haben sie uns dann im ersten Stock über Lautsprecher angehört, und da hat sie mir sehr gut gefallen. Man konnte mit Freunden sehr nette Gespräche führen, der Musik lauschen und die lauwarme Nacht genießen.
Die erste gespenstige Geschichte hat mir besonders gut gefallen, die zweite haben wir leider nicht gehört. Und dann wurde das Buffet eröffnet. Erstklassig. Und es gab reichhaltig von allem. Die Nachspeisen waren auch sehr gut.
Nach unserer exzellenten Verpflegung streunten wir wieder durch die Burg, und begutachteten nochmals die Bilder, Skulpturen und hörten den Klangschalen zu. Ich hätte mich so richtig wohl gefühlt, wäre da nicht nach mehreren Stunden in der Burg dieses Gefühl des Kaltwerdens gewesen.
Auch mein fünfter Glühwein änderte dieses Gefühl nicht. Aber allen anderen ging es genauso. So wurde die Feuershow vorverlegt, und wir gingen alle hinaus in den Burghof. Draußen war es wärmer als in der Burg.
Leider hatte sich kurz vorher ein Sturm zusammengebraut und störte die Feuerspucker bei ihrer Vorführung. Ein paar eindrucksvolle Kunststücke konnten sie vorzeigen, aber dann hat der Sturm immer wieder das Feuer ausgeblasen. Und so mußten sie leider die Vorführung abbrechen. Nach einer großen Verabschiedung von allen Freunden und Beglückwünschung an die Organisatoren für diese tolle Veranstaltung machten wir uns ungefähr um Mitternacht auf den Weg nach Hause. Beim nächsten Mal sind wir sicher wieder dabei.

 


Thomas:

Pandämonium - meine Erinnerungen

Die Burg sieht beeindruckend aus. So oft habe ich sie schon bei Tag gesehen, aber dieser Anblick bei Nacht ist neu für mich. Die vielen kleinen Kerzen auf den Stiegen führen uns zum Eingang. Dort warten schon viele bekannte Gesichter. Ich bin zum ersten Mal hier herinnen. Wir schauen uns noch ein wenig um, bevor das Programm beginnt.
Die Improvisationsperformance mit den Flöten paßt klanglich sehr gut zum Ambiente, allerdings fühle ich mich im vollen Rittersaal nicht ganz wohl. Nach dem 1. Stück schleiche ich hinaus und bin erfreut, daß die Musik mittels Lautsprecher in die anderen Räume übertragen wird. Zufrieden betrachte ich Details der Burg, die Flöten dezent im Hintergrund. Ich höre etwas Glockenähnliches im Stiegenhaus. So hören sich also Klangschalen an. Ich bin davon fasziniert.
Im Wohnraum im Obergeschoß beginnt die Lesung. Eine gruselige Geschichte - dieser Stil kann mich fesseln. Was ist real? Was Traum? Was Phantasie? Was läßt sich logisch erklären?
Danach ist Buffet-Eröffnung. Spitzenklasse. Für jeden Geschmack ist reichlich vorhanden. Die zweite Lesung fällt netten Gesprächen mit Bekannten zum Opfer. Dafür haben wir genug Zeit, die Bilder und Skulpturen genauer zu betrachten. Die Babys mit Hühnerkrallen sind nicht ganz mein Geschmack, und beim Plaudern stellt sich heraus, daß meist Eltern sie nicht so ansprechend finden.
Wirklich nett waren die Tastobjekte (ich gestehe, wir haben auch hinter die Vorhänge geguckt) ...Zu meiner Freude bin ich bei der zweiten Vorführung der Klangschalen ganz nah beim Künstler. Ja, diese "Schüsseln" haben es mir wirklich angetan. Langsam wird es kühl in der Burg. Da können auch mehrere Becher Punsch nichts ändern. Und da ich nicht der einzige war, der das fühlte, wurde die Feuershow einfach vorverlegt. Leider hatte der immer stärker werdende Sturm etwas dagegen, daß wir diese beeindruckende Show zu Ende sehen, und pustete den Feuer-Speiern immer öfter das Feuer aus. Schade, die hatten wirklich "was drauf"! Also verabschiedeten wir uns so um Mitternacht von allen und machten uns wieder auf den Heimweg. Aber wir freuen uns schon auf das Pandämonium II.

 

Wolfgang & Gerli:

Pandämonium – ein Fest der Sinne auf Burg Liechtenstein

Ja, das war es, ein Fest für alle Sinne. Dazu noch am richtigen Ort in geradezu unwirklicher Atmosphäre. Fackelschein und flackernde Kerzen statt grellem Licht. Kaminfeuer und Feuerschlucker als Symbole uralter Erfahrungen, die in die Tiefen des kollektiven Gedächtnisses abgesunken erscheinen, aber wieder in das Bewußtsein gehoben wurden.
Es war ein Fest für Genießer mit Freude an der Kunst in den Formen der Literatur, Malerei und Plastik, Musik und Performance, alles mit einem erregenden Hauch edler Morbidität. Eindrucksvoll die Lesungen, die Chance Musik zu hören und zu produzieren. Der Klang der Metallschalen durchdrang die alten Mauern in aufregender Weise. Sensationell die Möglichkeit, Plastiken zu berühren, zu befühlen, was sich geheimnisvoll hinter Vorhängen verborgen, als weiblich und männlich manifestierte und öfters für kleine Überraschungsschreie sorgte!
Gute Gespräche und – nicht zu vergessen – Köstlichkeiten für den Gaumen rundeten dieses grandiose Erlebnis ab. Von den Veranstaltern erwarten wir Adäquates im Jahre 2002.