Die Nacht ist längst hereingebrochen, die Luft ist noch lau an diesem letzten schönen Tag im Jahr 2001. Die Fackeln am Weg zur Burg und am Stiegenaufgang werden entzunden, die Räume der Burg durchziehen anregende Düfte, Unmengen an Kerzen erhellen die Innenräume. Nur die zahlreichen Kunstwerke an den Wänden werden von künstlichem Licht angestrahlt: Gemälde von Peter Gric und Joachim Luetke in den Räumen des unteren Geschoßes, Ikonen von Helga Wüst verteilt auf beide Ebenen, im Stiegenhaus schweben zwei Skulpturen von Joachim Luetke von der Decke, die gespenstische Schatten an die Wände werfen. Im Dunkel abgetrennter kleiner Nischen warten Tastobjekte von Philippe René auf die Hände neugieriger Besucher, einige Skulpturen von René sind Händen und Augen an helleren Orten präsentiert. In den Fensternischen im Stiegenhaus warten mystisch anmutende Texte auf Leser.
Die Nacht bietet
ein abwechslungsreiches Programm und läßt auch Zeit für Gespräche
und ausgiebiges Vertiefen in die dargebotenen Werke. Neben den vielen Kunstwerken
für Augen und Hände versteht es Alexander Wagendristel mit seiner
Improvisationsperformance "blood on the flute", einem eigens für
diese Veranstaltung komponierten Werk, auf musikalische Weise, das Publikum
in den Bann des Dämonischen und Gruseligen zu ziehen. Im gemütlichen
Wohnraum im Obergeschoß, wo ein Kaminfeuer prasselt und heimelige Atmosphäre
verbreitet, sorgen die Lesungen der beiden Autoren Peter Brandstätter und
Wolfgang T. Ansgard für einen Umschwung der Stimmung ins Unheimlich-Mystische.
Immer wieder ertönen durch das Stiegenhaus nach oben die magisch anmutenden
Klänge des Didgeridoos und der tibetanischen Klangschalen, mit denen Stefan die Zuhörer verzaubert.
Damit auch der Gaumen zu seinem Genuß kommt, bietet ein äußerst abwechslungsreiches Buffet geschmackliche Anregung und Stärkung.
Den Abschluß des Programms bildet um Mitternacht eine Performance der Gruppe "Fire-Breathe" auf der Bühne des Burghofes. Der Weg ist mit Fackeln ausgeleuchtet, mystische Musik erschallt durch den Hof - doch der heftige Fönsturm verunmöglicht den beiden Künstlern ihre geplante Feuer-Performance. Was wir zu sehen bekommen beeindruckt trotzdem. Als der Sturm jedoch eine der Abdeckplatten-Platten, die auf der Bühne befestigt waren, durch die Luft wirbelt, ist es Zeit, das diesjährige Pandämonium offiziell zu beenden.
Es war eine unerwartete Freude für uns, daß wir für das erste "Pandämonium" dermaßen hochkarätige und zum Teil international anerkannte Künstler begeistern konnten. Dank ihnen für ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit! Herzlichen Dank auch an die vielen, vielen Helfer, die gemeinsam mit uns dieses "Fest für alle Sinne" geplant und durchgeführt haben. Es war uns eine Freude, mit Euch arbeiten zu können - und es hat uns auch großen Spaß gemacht!
Wir freuen uns
sehr, daß das Konzept dieser Veranstaltung beim Publikum - von jung bis
alt - einhellig Anklang gefunden hat. Natürlich gibt es immer etwas, das
man besser machen kann: Wir werden uns bemühen - ein Pandämonium II
ist ja bereits in Planung.