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    Sabine

    Im März 2010:
    Also mir wurde gesagt, dass meine Beschreibung nicht mehr den Tatsachen entspricht und ich möge es doch aktualisieren. Somit habe ich vor allem die letzten Absätze geändert. Den Anfang werdet ihr möglicherweise schon kennen.




    Ich bin jetzt also das Weibchen von Thomas. Eines seiner Lieblingsausdrücke. Wir sind seit Mai 1994 zusammen und seit 1996 verheiratet.

    Ich wusste ziemlich von Anfang an, dass Thomas irgendwie so gar nicht "normal" war. Er sollte mich nur ja damit in Ruhe lassen. Und von blauen Hintern, an mir, na um Gottes Willen, soll er davon nur träumen. Ihm einen blauen Hintern zu beschaffen, wäre schon eher meins. Das Ganze hatte am Anfang für mich keinen Namen. Wie gesagt: "Ja mei, er ist halt ein bissi komisch, aber sonst ist er einfach in Ordnung." Solang er nur nichts an mir ausprobieren wollte.

    Meine erste Aktivität Richtung "nicht normal" geschah nach seinem langen Provozieren: "Du traust dich ja nie, mich mit einer Nadel zu stechen". Ha, und ich hab mich dann doch getraut. Und es war irre toll. Und dann war wieder lange Zeit keine Rede von "solchen" Sachen. Es hat ihn wohl etwas geschockt, dass ich es doch getan habe.

    Und dann kamen die Kinder. Von Sex war keine Rede mehr. Mit Zwillingen, die einem die ganze Nacht auf Trab halten, verging einem die Lust. Und diverse Wünsche meines Männchens waren irgendwo eingeschlafen.

    So teilte mir mein Mann eines Tages im Winter des Jahres 2000 mit, Sex war schon wieder ein Thema - langsam kehrte wieder Ruhe zu Hause ein - er hätte da im Internet von einer Diskussion über SM und Eltern-Sein gelesen, und da will er sich Informationen holen.

    Ich total erbost: "Was das jetzt wird, er wird ja immer ärger, bis jetzt hat er sich noch mit Phantasien begnügt, und jetzt will er da Kontakt zu anderen. Und wahrscheinlich soll ich jetzt dann auch auf solche Partys mitgehen, ...!"

    Nun ja, ich wusste nur, dass er auf ein Bier ging, nach Hause kam er dann mit dem Beitrag über SM und Eltern-Sein, vielen Flyern, Infos und Web-Links. Und da merkte ich: SM ist ja doch nicht was Böses. Es ist Zärtlichkeit, Vertrauen und vor allem nur mit Einverständnis des Anderen und vieles mehr.

    Und im Jänner war ich schon mit am Stammtisch, wo wir von Margit sehr nett betreut wurden. Und ich wollte dann auch gleich auf eine Party. Wie es so kommen musste, hatte ich die sogenannten Aha-Erlebnisse. Beim Lesen diverser Seiten wurden mir immer mehr alte Erinnerungen ins Gedächtnis gerufen. Aha, als ich jung war, wollte ich das doch immer. Na schau, ich bin wohl auch ein wenig komisch.

    Alt: Auch heute bin ich mir nicht sicher, ob ich jetzt wirklich ein SMler bin. Allerdings fühl ich mich so wohl dabei (woran vor allem die Leute Schuld sind), dass ich heute die Szene nicht mehr missen möchte.

    Neu: Ich bin mir heute (März 2010) sicher, dass ich ein SMler bin. Wenn auch auf meine eigene Art und Weise. Ich kann viele Einstellungen zu SM nicht verstehen und nachvollziehen, aber jeder hat eben seinen eigenen Zugang dazu. Und mein Leben wurde durch SM völlig auf den Kopf gestellt. SM zwischen meinem Mann und mir war einfach auf Dauer nicht das, was wir uns beide vorgestellt hatten, so sind wir derzeit in einer Polyamorybeziehung. Er hat Freundinnen, Spielpartner ... und ich auch.

    Ich tendiere allerdings bevorzugt zu nur einem Zweitpartner und habe mittlerweilen mehrere Jahre mit solchen Zweitmännern hinter mir. Meine letzte Beziehung hat 3 ½ Jahre gedauert.

    Alt: Ich bezeichne mich selbst als Soft-SMler, weil ich keine Schmerzen mag und eigentlich eher zur dominanten Seite tendiere. Eine Sub bin ich sicher nicht und ganz sicher nicht devot. Obwohl, wissen kann man es ja nie. Ich liebe nur einfach ein paar Sachen der passiven Seite, die ich allerdings meist nur mit Thomas auslebe. Ich switche, wobei der dominante Teil größer ist. Gefallen haben wir beide vor allem daran, andere zu dominieren.

    Neu: Tja, dieser Teil hat sich so völlig verändert. Soft bin ich wohl schon lange nimmer. Schmerzen liebe ich heiß und innig und ein bissi devot bin ich wohl auch. Ja, in den letzten Jahren hat sich SM-mäßig Einiges bei mir getan. Mit meinem Mann lebe ich SM nicht mehr aus, das war einfach nicht stimmig. Aber eines ist gleich geblieben: ich liebe beide Seiten.

    Für mich ist SM ein sehr großer Teil in meinem Leben geworden. Ich gehe auch in meiner Vanillawelt normal mit dem Thema um. Weil wer ist schon normal? Keiner! Jeder hat Eigenheiten, die jemand anderer komisch findet. Man muss sich nur einfach mit seinen Eigenheiten wohl fühlen und sie vor allem akzeptieren.

    Da ich bei den meisten Stammtischen von Schlagartig! dabei bin, werden wir sicherlich auch einmal zum Reden kommen.

    Liebe Grüße,
    Sabine

    Seit Beginn immer wieder für Schlagartig! engagiert.


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